Neue Nachrichten zur Auto Unfall Regulierung


Wir stellen auf dieser Seite neue technische Erkenntnisse in der Unfallregulierung dar, die bisher von der Rechtsprechung noch nicht aufgegriffen wurden und die man im WWW nur schwer findet.Für entsprechende Informationen und hier nicht genannten Neuigkeiten sind wird immer dankbar.

Interessante Neuigkeiten zu

Minderwert

Reparatur an tragenden Teilen


Minderwert, Reparatur an tragenden Teilen

Prof. Dr.-Ing. Hermann W. Kurth (FH Gießen-Friedberg) und Dipl.-Ing. Bernd Gerich (vereidigter Kfz-Sachverständiger IHK, Dozent an der Meisterschule des Karosserie- und Kraftfahrzeughandwerks, Ing.-Büro für technische Gutachten) führten eine Reparatur- Vergleichs- Untersuchung durch

http://www.sv-gerich.de/veroeffentlichungen

zwischen unfallfreiem, rückverformten und abschnittsrepariertem Fahrzeug. Hierbei wurden 2 unfallfreie Pkws mit (nur !!!) 17 km/h gegen eine Wand gefahren, wodurch deren Längsträger ("Rahmen") verformt wurden.
Beide Autos wurden danach in besonders qualifizierten Werkstätten repariert, wobei der verformte Längsträger ("Rahmen") fachgerecht nach Angaben der Hersteller auf Richtbänken gerichtet und instandgesetzt wurde. Schäden am Fahrzeug waren danach nicht mehr zu erkennen.
Die nun nicht mehr unfallfreien, aber fachmännisch nach Angaben der Hersteller reparierten Pkws wurden danach erneut mit (nur !!!) 17 km/h gegen dieselbe Wand gefahren. Das Crashergebnis nach dem 2. Unfall ist eine deutliche Warnung!

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die Verformung reichte nunmehr bis in die Fahrgastzelle, weil Rahmenteile, die nach Verformung gerichtet wurden, nicht mehr die vom Hersteller errechnete Energie aufnehmen wie fabrikneue Träger ohne Verformung.

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die Fahrertür kann nicht mehr geöffnet werden

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der vordere linke Längsträger hat einen starken Knick

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die linke A-Säule ist nach oben gestellt, das Dach beschädigt

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der Reparaturaufwand nach diesem 2. Unfall war um 70% höher als der Aufwand nach dem 1. Unfall

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Reparatur nicht mehr sinnvoll, wodurch der 3. Versuch aus Sicherheitsgründen entfällt!

Ausführliche Dokumentation: Fachbuch "Crashverhalten unfallreparierter Fahrzeuge"
http://www.sachverstaendige.net/b.gerich/unfallforschung.htm

isbn 3-932393-01-5
Unitax-Verlag Tel 06406/3045, Fax 06406-74134
e-mail: sv-gerich@gmx.de

WDR 2, Sendereihe "Quintessenz", 03.11.2000, 15.45 Uhr

Ergebnis:

Airbags lösen nicht mehr zu dem vom Hersteller und bei der Typprüfung errechneten Zeitpunkt aus, sondern erst deutlich später:

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Die ursprünglich harte Verzögerungskurve in der Materialverformung, deren berechneter Verlauf für die Auslösung der Airbags verantwortlich ist, hat sich bereits nach einer einmaligen reparierten Materialverformung in eine weiche Verzögerungskurve geändert!

Bei Haftpflichtschäden besteht Anspruch auf Herstellung des Zustandes vor dem Unfall. Geben Sie sich also auf keinen Fall mit Richtarbeiten zufrieden, sondern verlangen Sie Austausch aller beschädigten Rahmenteile gegen Neuteile. Sollte bereits eine Reparatur durch Richtarbeiten stattgefunden haben, verlangen Sie erneute ordnungsgemäße Reparatur, mindestens aber einen erheblich höherer Minderwert als ursprünglich veranschlagt. Wenn bei einem 2. Unfall die Verformungen vom Rahmen in die Fahrgastzelle verlagert und Airbags verspätet ausgelöst werden, geht es nicht mehr um Kosmetik, sondern um Körper- Verletzung oder Leben.

Wenn Versicherungen behaupten, Richtarbeiten seien Stand der Technik und somit zu akzeptieren, behaupten sie das wider besseres Wissen. Richtarbeiten an Rahmenteilen sind technisch minderwertig. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden den Versicherungen mitgeteilt. Wir vermuten, daß weder Gutachter noch Werkstätten vor dieser Untersuchung wußten, denn solche Versuchsreihen sind teuer. Versicherungen haben genügend Geld. So läßt z.B. die Allianz ständig Versuchsreihen durchführen.

Bereits vor 15 Jahren diskutierten zu diesem Thema bei einem Mercedes- Zentralhändler in 45000 Essen Mitarbeiter von Mercedes Benz Stuttgart, Sachverständige, Versicherungen und Werkstätten. Mercedes Benz vertrat die Meinung, Richtarbeiten an tragenden Teilen seien technisch nur zu vertreten bis zu einer Verformung von 42 mm.

Ein Sachverständiger:

Wie oft kann man diese Richtarbeiten an einem tragenden Teil denn ausführen?

Mercede Benz:

Nur ein einziges Mal.

Der Sachverständige:

Dann aber handelt es sich bei Richtarbeiten um eine minderwertige Reparatur gegenüber einem Austausch durch Neuteile.

Vertreter der Allianz:

Unsinn.

Untersuchungen der Allianz haben ergeben, daß auch mehrfach ausgeführte Richtarbeiten zu keiner Materialermüdung und somit zu identischen Verformungen bei erneuten Unfällen führen.

Diese Behauptung ist jetzt als falsch widerlegt. Technische Versuchsreihen sind physikalisch immer reproduzierbar, führen also immer zu identischen Ergebnissen. Frage also:

Wußten Versicherer etwa schon vor 15 Jahren, vielleicht sogar durch eigene Versuchsreihen, daß Richtarbeiten am Rahmen statt Ersatz von Rahmenteilen zwar billiger sind, aber Leib und Leben der Autofahrer vermeidbar in Gefahr bringen?

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