Was verschenken Unfallopfer pro Jahr an Versicherungen ?

1,747 Milliarden € ( = 3,4 Milliarden DM) allein in 1999 !

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748 Millionen (1463 Millionen DM) aus nicht gezahltem Minderwert !

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999 Millionen (1953 Millionen DM) aus nicht gezahlter Nutzungs-Entschädigung für Ausfall des Fahrzeugs !

Die Versicherungswirtschaft kann bei den Unfallschaden- Positionen

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merkantiler Minderwert

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Nutzungsentschädigung

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Privatanteil aus Vorsteuer

ganz besonders auf die Unkenntnis der Geschädigten vertrauen. Folglich wird hier in der Regel nicht oder nur teilweise reguliert.

Auf der Basis von Zahlen des Bundesamts für Statistik, des Bundesamts für Versicherungswesen und von Presseveröffentlichungen errechnet sich im Jahr 1999 der Gesamtbetrag aus merkantilem Minderwert und Nutzungsentschädigung auf 4547 Millionen DM.

Die Beträge sind alle in DM und nicht in €, da sie aus 1999 stammen und nicht durch Umrechnung in € verfälscht werden sollen.

Hierauf zahlte 1999 die Versicherungswirtschaft 344 Millionen DM (Minderwert) und 786 Millionen DM (Nutzungsentschädigung), insgesamt also 1130 Millionen DM.

Die weiteren 3417 Millionen DM pro Jahr, also mehr als 9 Millionen DM pro Tag, blieben unreguliert.

Berechnung:

absolute Zahl zugelassener Pkws 01.07.1999 rund

42,0

Millionen

Verkehrsunfälle 1999 insgesamt (aus Presseveröffentlichungen)

4,0

Millionen

Verkehrsunfälle 1999 nur Pkws (Bundesaufsichtsamt für Versicherungen)

3,1

Millionen

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1. Berechnung Minderwert

Regelvoraussetzung für Minderwert (u.a.):
Pkws bis 5 Jahre alt
Laufleistung bis 100.000 km

In den letzten 5 Jahren wurden durchschnittlich 3,5 Millionen Pkws pro Jahr neu zugelassen. 5 x 3,5 Millionen = 17,5 Millionen

Also waren 1999 17,5 Millionen Pkws zugelassen, bei denen grundsätzlich Anspruch auf Minderwert besteht, da sie nicht älter als 5 Jahre waren.

Diese 17,5 Millionen (nämlich bis 5 Jahre alte) Pkws waren an 1,29 Millionen Unfällen beteiligt, da alle 42 Millionen Pkws pro Jahr an 3,10 Millionen Unfälle beteiligt waren.

Also bestand bei 1,29 Millionen Pkw Unfällen grundsätzlich Anspruch auf Minderwert.

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Das durchschnittliches Alter aller von 0 bis 5 Jahre alten Fahrzeuge beträgt 2,5 Jahre.

Die durchschnittliche Laufleistung pro Jahr beträgt 20.000 km, die durchschnittliche Laufleistung in 2,5 Jahren beträgt 50.000 km.

Der durchschnittliche Reparaturaufwand pro Unfall betrug 1999 mindestens 5.000,-- DM.

Der durchschnittlicher Wiederbeschaffungswert eines 2,5 Jahre alten Fahrzeuges mit einer Laufleistung von 50.000 km betrug 1999 30.000,-- DM.

Hieraus errechnet sich ein durchschnittlicher Minderwert (nach Methode Ruhkopf / Sahm) von 1.400,-- DM.

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Insgesamt Minderwert bei 1,29 Millionen Pkws x 1.400,-- DM

1806,000

Millionen DM

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2. Berechnung Nutzungsausfall

1/3 der Pkws sind nach dem Unfall noch fahrbereit, also durchschnittlicher Nutzungsausfall nach Reparatur ergibt 4 Werktage.

2/3 der Pkws sind nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit, also durchschnittlicher Nutzungsausfall nach Reparatur oder Beschaffung eines Ersatzfahrzeugs 10 Werktage plus Feiertage, Warten auf Gutachten etc. ergibt 16 Kalendertage.

durchschnittliche Nutzungsausfall aller Pkws ergibt danach 12 Kalendertage.

3,1 Millionen Unfällen mit durchschnittlich 12 Kalendertagen Nutzungsausfall ergibt 37,2 Millionen Kalender-Ausfalltage.

->

Davon abzuziehen sind die Tage, an denen ein Mietwagen genommen wurde. 2/3 der Pkws sind nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit. Bei 1/3 dieser Unfälle wird ein Mietwagen genommen, also bei 2/9 aller Unfälle.

Mietdauer durchschnittlich 5,5 Tage, also bei 3,1 Millionen Unfällen mit Pkws x 2/9 x 5,5 Tage ergibt 3,788 Millionen Miettage.

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37,2 Millionen Kalender-Ausfalltage minus 3,788 Millionen Miettage ergibt 33,412 Millionen Ausfalltage, an denen Nutzungsausfallschaden anfällt.

Der durchschnittliche Nutzungsausfall-Tagessatz (zwischen den Klassen A und L) ist Klasse E (z.B. Opel Vectra) mit täglich 82,-- DM (1999).

insgesamt Nutzungsausfallschaden 33,412 Millionen Tage x 82,-- DM.

2739,784

Millionen DM

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Insgesamt Minderwert von 1,29 Millionen Pkws x 1.400,-- DM in 1999

1806,000

Millionen DM

plus insgesamt Nutzungsausfall 33,412 Millionen Tage x 82,-- DM in 1999

2739,784

Millionen DM

ergibt für 1999 zusammen rund

4547,000

Millionen DM

oder rund

4,547

Milliarden DM


Die Versicherungswirtschaft zahlte 1999 nach eigenen Angaben auf Haftpflichtschäden aus Verkehrsunfall 26,2 Milliarden DM (1999). Hieraus entfielen nach deren eigenen Angaben

58% auf Reparaturkosten
3% auf Nutzungsentschädigung (786 Millionen DM)
2% auf diverses (524 Millionen DM).

In der Position "2% für diverses" waren hauptsächlich die unfallbedingte Kostenpauschale sowie der merkantile Minderwert enthalten.

Die unfallbedingte Kostenpauschale lag 1999 zwischen 45,-- DM und 50,-- DM. Bei 45,-- DM pro Schaden und 4 Millionen Schäden (die unfallbedingte Kostenpauschale zahlt die Versicherungswirtschaft bei jedem Verkehrsunfall, nicht nur bei Verkehrsunfällen mit Pkws) ergibt das pro Jahr 180 Millionen DM. Aus den "2% für diverses" bleiben also allenfalls 344 Millionen DM für den Minderwert übrig, sonstige Leistungen aus diesem Posten "2% für diverses" nicht gerechnet.

1. Also zahlte die Versicherungswirtschaft 1999 auf den merkantilen Minderwert statt 1,807 Milliarden DM tatsächlich nur allenfalls 344 Millionen DM. Die 1,463 Milliarden DM, die nach Gesetz und Rechtsprechung den Geschädigten zustehen würden, behielt sie für sich.

2. Also zahlte die Versicherungswirtschaft 1999 auf die Nutzungsentschädigung statt 2,739 Milliarden DM tatsächlich nur allenfalls 786 Millionen DM. Die 1,953 Milliarden DM, die nach Gesetz und Rechtsprechung den Geschädigten zustehen würden, behielt sie für sich.

Den Geschädigten wurden 1999 also allein aus den Positionen Minderwert und Nutzungsentschädigung 3,417 Milliarden DM vorenthalten, mehr als 9 Millionen DM am Tag.

Wie dargelegt, errechnet sich dieser Fehlbetrag allein aus Ansprüchen der Geschädigten aus Minderwert und Nutzungsausfall und ohne Berücksichtigung sonstiger nicht regulierter Schäden.

Das waren die Zahlen für 1999. Wir würden uns wundern, wenn sich für die Jahre 2000 bis 2003 geringere Beträge errechnen würden.


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