häufige Fragen bei der Unfall Schadenberechnung


  1. Wann ist ein Kfz nicht mehr fahrbereit / fahrbereit und repariert / fahrbereit nicht repariert ?

  2. Wo erfahre ich den Nutzungs- Ausfallschaden pro Tag ?

  3. Ich habe selbst repariert, also keine Rechnung: Trotzdem Nutzungsentschädigung ?

  4. Wann bin ich vorsteuer-abzugsberechtigt

  5. Wo erfahre ich Zeitwert oder Restwert des Kfz

  6. Kann ich Suchtage lt. Gutachten pauschal abrechnen?

  7. Was ist eine Totalschaden- / Wiederbeschaffungskostenpauschale?

  8. Wofür Erstzulassung und Laufleistung ?

  9. Wo erfahre ich den Minderwert meines Kfz ?

  10. Gibt es Minderwert auch bei geringen Schäden ?

  11. Muß das Gutachen direkt an die Versicherung oder mich adressiert sein


Wann ist ein Kfz

nicht mehr fahrbereit ?
fahrbereit und repariert ?
fahrbereit nicht repariert ?

Fahrbereit ja oder nein ist eine der wichtigsten Fragen Ihrer Schadenabrechnung. Den höchsten Schadenersatz gibt es immer, wenn das Kfz nicht mehr fahrbereit war.

Kein Kfz ist mehr fahrbereit, wenn es einen schweren Unfall hatte, bei dem wichtige Teile beschädigt sind.

Es ist aber wahrscheinlich auch dann nicht mehr fahrbereit, wenn z.B.

-

der Anstoß an einem Vorderrad erfolgte und nicht sicher ist, ob hierbei die Lenkung beschädigt wurde,

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der Anstoß an einem Hinterrad erfolgte und nicht sicher ist, ob hierbei die Geometrie der Hinterachse beschädigt wurde,

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das Kühlsystem nicht mehr dicht oder der Kühler beschädigt ist,

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eine Tür so eingedrückt ist, daß sie sich nicht mehr richtig öffnen oder schließen läßt,

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der Kofferdeckel so eingedrückt ist, daß sie sich nicht mehr richtig öffnen oder schließen läßt (der Unterdruck im Kfz zieht beim Fahren Auspuffgase nach innen),

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die Beleuchtungsanlage zertrümmert wurde,

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die Auspuffanlage zerbrochen wurde,

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das Kfz Schäden hat, welche die Polizei veranlassen könnte, das Kfz wegen Mängeln anzuhalten

-

bei weiterem Betrieb des Kfz ein Bußgeldbescheid oder einer Anzeige wegen Mängeln nicht auszuschließen ist.

Lassen Sie die Frage der Fahrbereitschaft UNBEDINGT durch Ihren Gutachter (nicht den des gegnerischen Versicherers, für den ist alles fahrbereit) oder die Werkstatt prüfen. Bei all diesen Schäden ist allerdings zu prüfen, ob es sinnvoll ist, das Fahrzeug durch eine Not- Reparatur vorübergehend wieder fahrbereit zu machen. Das weiß die Werkstatt oder der Gutachter.

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Wo erfahre ich den Nutzungs- Ausfallschaden pro Tag ?

Hierfür gibt es Tabellen für alle Fahrzeuge. Fragen Sie den ADAC, Ihren Anwalt oder einen Gutachter.

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Ich habe selbst repariert, also keine Rechnung: Trotzdem Nutzungsentschädigung ?

Wer den Unfallschaden an seinem Kfz selbst repariert oder für die Reparatur keine Rechnung vorlegen kann, bekommt nach neuer Rechtslage zwar die MWSt nicht erstattet.

Aber er erhält die Nutzungsausfallentschädigung genauso als wenn er eine Rechnung vorlegen würde, soweit der Ausfall des Kfz wegen Reparatur anderweitig erbracht wird, z.B.:

1.

am billigsten:

Der Versicherung mitteilen, wo das Kfz tagsüber steht und die Versicherung auffordern, sich dort vor Ort von der ordnungsgemäßen Reparatur durch ihren Außendienst selbst zu überzeugen. Sich hierbei auf keinen Fall auf den oft geäußerten Wunsch der Versicherung einlassen, das Kfz bei einem Sachverständigen oder einer Schadenstelle der Versicherung vorzuführen: Das kostet Ihre Zeit und evtl. einen Tag unbezahlten Urlaub. Wenn die Versicherung das übernimmt, ok., sonst nicht.

Wenn die Versicherung nicht will: Alternative 3 androhen.

2.

noch preiswert:

Tageszeitung kaufen, mit dem Tagesdatum neben die Reparaturstelle am Auto halten, Fotos machen, bei denen man das Datum der Zeitung lesen kann, und die Fotos mit der Rechnung für die Fotos an Versicherung schicken.

Wenn die Versicherung nicht zahlt: Alternative 3 androhen.

3.

am teuersten:

Zum Gutachter gehen, der das Gutachten gemacht hat, sich die ordnungsgemäße Reparatur durch den Gutachter per Nachtragsgutachten bestätigen lassen und Nachtragsgutachten mit Nachtragsrechnung hierfür an die Versicherung senden.

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Wann bin ich vorsteuer-abzugsberechtigt ?

Immer dann, wenn mein Kfz betrieblich bzw. teilweise betrieblich und teilweise privat genutzt wird.
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Wo erfahre ich Zeitwert und Restwert des Kfz ?

Der Zeitwert oder Wiederbeschaffungswert (normaler Einkaufspreis für ein gleichwertiges Kfz ohne diesen Unfall) wird für die Berechnung des Minderwertes im Falle der Reparatur bzw. zusammen mit dem Restwert (normaler Verkaufspreis Ihres Kfz im beschädigten, unreparierten Zustand) für die Totalschaden- Abrechnung benötigt. Die Höhe von Zeitwert und Restwert erfahren Sie

1. Aus dem Gutachten eines Kfz-Sachverständigen, wenn ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Dort sind Zeitwert und Restwert aufgeführt. Das ist immer die sicherste und beste Auskunft.2. Aus der sog. "Schwacke-Liste", die jeder Autohändler und jede Werkstatt hat. Dort aber nicht auf dem Händler - Einkaufspreis schauen, sondern auf den Händler - Verkaufspreis, also Ihren Einkaufspreis.

3. Aus den Tabellen zu Wiederbeschaffungspreisen, die von Automobilclubs von Zeit zu Zeit veröffentlicht werden.

4. Aus Automobilzeitschriften oder aus Ihrer Tageszeitung im Inseratenteil "Verkauf".

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Kann ich Suchtage lt. Gutachten pauschal abrechnen?

Immer wieder erreicht uns die Frage:

Kann bei einem Totalschaden (über 130 %) die Nutzungsausfallentschädigung auch pauschal abgerechnet werden, ist also die Abmeldung oder der Verkauf oder der Neukauf Voraussetzung zur Ansetzung oder nicht?

Entscheidend ist hierbei wie in der gesamten Auto- Haftpflicht- Schadenabrechnung immer:

War das Auto nach dem Unfall noch fahrbereit oder nicht?


War das Kfz nicht mehr fahrbereit, wird die Suchzeit nach einem Ersatzfahrzeug nach der nachgewiesenen Dauer der Suchzeit berechnet. Kann dieser Nachweis vom Geschädigten nicht konkret geführt werden, wird die Dauer der Suchzeit pauschal ohne Nachweis der wirklichen Suchzeit abgerechnet (konkret geht vor pauschal). Dass nach einem Ersatzfahrzeug 14 Kalendertage gesucht wurde ist nicht zu widerlegen, auch dann nicht, wenn die Suche innerhalb der zugebilligten 14 Kalendertage nicht zum Erfolg geführt haben sollte. Der Anspruch besteht immer, wenn das Kfz nicht mehr fahrbereit war, Ausnahme siehe unten.

War das Kfz noch fahrbereit, wird die Suchzeit nach einem Ersatzfahrzeug nicht pauschal, sondern nur gegen Nachweis des tatsächlichen Ausfalls abgerechnet. Wer also z.B. sein trotz des Unfalls noch fahrbereites Fahrzeug abmeldet oder verkauft, erhält keine Nutzungsentschädigung: Denn er hätte damit fahren können. Also ist kein Ausfall eingetreten.

Übliche Suchzeit:

10 Arbeitstage plus 2 Wochenenden = 14 Kalendertage oder

2 Wochen = 14 Kalendertage

mal Nutzungsausfall in € pro Tag.

Ausnahme: Meldet man allerdings ein Ersatzfahrzeug vor Ablauf der üblichen Suchzeit von14 Kalendertagen an, z.B. schon nach 8 Kalendertagen, bekommt man Nutzungsausfall nicht für 14 Kalendertage, sondern nur für 8 Kalendertage. Das gilt auch dann, wenn das Kfz nicht mehr fahrbereit war.

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Was ist eine Totalschaden- / Wiederbeschaffungskostenpauschale?

Diese Schadenposition beträgt rund 75,-- € und ist, wie der Name schon sagt, nur bei Totalschaden und Wiederbeschaffung des Kfz denkbar.

Begründung: Ihr unfallbeschädigtes Kfz kannten sie und hatten es in Ordnung gehalten. Dort hatten Sie jedes unregelmässige Geräusch gehört und die Ursache beseitigen lassen.

Das Ersatzfahrzeug kennen Sie nicht. Auch eine oder mehrere Probefahrten bieten keine Gewähr, dass Ihnen Mängel entgangen sind, deren Ursache Sie nach dem Kauf auf Ihre Kosten beseitigen lassen müssen.

Dieses Risiko würden Sie gerne dadurch verringern, dass Sie das Ersatzfahrzeug vor Kauf einem Gutachter zur Prüfung vorführen und es erst danach kaufen. Der Sachverständige nimmt hierfür in der Regel um 75,-- €, und das ist ein weiterer ersatzpflichtiger Folgeschaden.

Leider sehen das manche Gerichte anders, sagen aber nicht, was passieren soll, wenn Ihr Ersatzfahrzeug Mängel aufweist, die Ihr unfallbeschädigtes Kfz nicht hatte und wer hierfür aufkommen soll. Wir wollen also darauf hinweisen, dass dieser Posten von Gerichten unterschiedlich behandelt wird. Leider gibt es in Deutschland keine einheitliche Rechtsprechung, so dass Gerichte nach Tageszeit und Wetterlage entscheiden können. Juristisch begründen lässt sich bekanntlich alles.

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Wofür Erstzulassung und Laufleistung ?

Datum der Erstzulassung und Laufleistung/Kilometerstand werden interessant, wenn Ihr Fahrzeug nicht älter als 5 Jahre ist und eine Laufleistung von nicht mehr als 100.000 km aufweist. Dann haben Sie regelmäßig Anspruch auf Ersatz des "merkantilen Minderwerts" an Ihrem Kfz, denn ein repariertes Auto ist beim Verkauf immer weniger wert als ein unfallfreies. Je neuer und je teuerer das Auto, desto höher der Minderwert.

Das Programm berechnet den Minderwert, den Ihr Fahrzeug auf Grund des Unfalls erlitten hat.

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Wo erfahre ich den Minderwert meines Kfz ?

Ein nach Unfall repariertes Auto ist beim Verkauf immer weniger wert als ein unfallfreies. Je neuer und je teuerer das Auto, desto höher der Minderwert. Die Höhe des Minderwerts erfahren Sie

1. Aus dem Gutachten eines Kfz-Sachverständigen, wenn ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Dort ist der Minderwert aufgeführt. Das ist immer die sicherste und beste Auskunft.

2. Aus Automobilzeitschriften oder aus Ihrer Tageszeitung im Inseratenteil "Verkauf" durch den Vergleich zwischen Preisen "unfallfrei" und "nicht unfallfrei" oder keine Angaben (äußerst mühsam und wird meist nicht anerkannt !!).

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Gibt es Minderwert auch bei geringen Schäden ?

Wenn beim beschädigten Fahrzeug nur neue Scheinwerfer, Kühler, oder andere Schraubteile erneuert werden müssen, wird die Ansicht vertreten, damit sei kein merkantiler Minderwert entstanden.

Das ist jedenfalls dann unzutreffend, wenn das Kfz bisher unfallfrei war:

Ab dem Unfall ist es rechtlich dann nicht mehr als unfallfrei zu verkaufen, selbst wenn der Unfall als gering einzustufen und daher nicht offenbarungspflichtig sein sollte. Verkauft man das Kfz, weil "nur neue Scheinwerfer, Kühler, oder andere Schraubteile erneuert worden sind", als unfallfrei, begeht man nach der Rechtsprechung Betrug und ist nach dem BGB allen Gewährleistungsvorschriften der §§ 433 ff BGB ausgesetzt mit der Folge von Rücknahme, Schadenersatz etc.

Sind darüber hinaus tragende oder eingeschweißte Teile erneuert oder instandgesetzt werden, geht es nicht mehr um die Frage unfallfrei oder nicht. Dann liegen bereits offenbarungspflichtige Unfallschäden vor.

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Muß das Gutachen direkt an die Versicherung oder mich adressiert sein ?

Das Gutachen sollte immer an Sie adressiert sein und nicht an die Versicherung, denn Sie sind der Auftraggeber. So stellen Sie auch sicher, daß der Gutachter Ihnen bei (ganz selten) falscher Beratung haften kann. Dieses Gutachten zusammen mit der Rechnung hierfür sollte an die Versicherung zur Regulierung des dort errechneten Betrages sowie der Rechnung für das Gutachten übersandt werden.

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